Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: In den umkämpften Gebieten gibt es Menschen, die dort bleiben wollen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Manche haben Angst vor der Flucht. Andere waren noch nie woanders und haben Sorge, sich nicht integrieren zu können. Wieder anderen fehlt das Geld, um sich ein neues Zuhause leisten zu können.

Natürlich wäre es uns lieber, wir könnten die Menschen aus dieser Gefahr herausziehen – aber wer sind wir, dass wir über das Leben anderer urteilen?

In Bakhmut haben wir bereits seit Monaten Kontakt zu Menschen, die zu circa 30. in einem Bomb Shelter leben. Viele von ihnen haben bereits eine Flucht hinter sich. Einige haben dabei Familienangehörige verloren. Kinder wurden von ihren Müttern und Vätern getrennt.

 

In diesem Luftschutzkeller in der Innenstadt von Bakhmut leben etwa 30 Menschen.

© Madison Tuff

 

Was wir in diesem Moment tun können, ist ihnen in ihrer derzeitigen Situation zu helfen, sie zu unterstützen. Dazu gehört auch, dass wir diese Menschen auf mögliche Notfälle vorbereiten. Was tun, wenn jemand etwa bei einem Bombeneinschlag verletzt wird?

Unser wunderbares Teammitglied und Paramedic Freddy ist daher zu den Menschen gegangen und hat ihnen einen Crashkurs für Erste-Hilfe-Maßnahmen im Kriegsgebiet gegeben. Solche Trainings absolvieren wir als Freiwillige regelmäßig. Doch die Menschen, die in diesen Gebieten leben, sind meist eben nicht vorbereitet.

 

 

Freddy während des Medical Trainings im Bomb Shelter.

© Madison Tuff

 

Abseits von dem Training haben wir die Menschen natürlich auch mit dem nötigen Material versorgt, etwa mit Tourniquets oder Mullbinden. Wir freuen uns, dass so viele Bewohner dieses Shelters Interesse hatten und sehr aktiv daran teilgenommen haben.

Hoffentlich konnten wir ihnen damit ein Stück weit Sicherheit bieten.

 

© Madison Tuff